Zum Inhalt springen
News

Spritpreisbremse Österreich 2026: Rund 12 Cent weniger ab Oktober – aktueller Stand

David Reisner
aktualisiert: 25. September 2026 05:48
spritpreisbremse

Autofahrer:innen in Österreich sollen im Oktober und November 2026 an der Tankstelle deutlich entlastet werden. Die Bundesregierung hat eine neue, stärkere Spritpreisbremse angekündigt. Insgesamt soll der Effekt bei rund 12 Cent je Liter Benzin oder Diesel liegen.

Aktueller Stand – 25. September 2026

Die neue Spritpreisbremse ist politisch vereinbart und die notwendige Gesetzesänderung wurde im Nationalrat eingebracht. Endgültig beschlossen ist die Erweiterung aber noch nicht.

Der Finanzausschuss und der Nationalrat sollen am 28. September 2026 darüber beraten beziehungsweise abstimmen. Der Bundesrat befasst sich am 29. September damit. Die neue Entlastung soll anschließend für Oktober und November 2026 gelten.

Das Wichtigste in 30 Sekunden

Geplante Entlastung:
rund 12 Cent je Liter
Zeitraum:
1. Oktober bis 30. November 2026
Mineralölsteuer:
bis zu 6,7 Cent je Liter weniger
Margenbegrenzung:
3,5 Cent je Liter
Beispiel 50-Liter-Tank:
rund 6 Euro Entlastung pro Tankfüllung, wenn sich der angekündigte Effekt vollständig im Preis niederschlägt

Was gilt bei der Spritpreisbremse jetzt wirklich?

Die kurze Antwort lautet: Für Oktober und November ist eine deutlich stärkere Entlastung vorgesehen, sie muss aber parlamentarisch noch fertig beschlossen werden.

Die Koalitionsparteien haben dazu eine Novelle des Mineralölsteuergesetzes eingebracht. Vorgesehen ist, dass der Finanzminister die Mineralölsteuer in den beiden Monaten unabhängig von den zusätzlichen Mehrwertsteuereinnahmen um bis zu 6,7 Cent je Liter senken kann.

Zusätzlich soll eine Margenbegrenzung für die Mineralölwirtschaft wieder aktiviert werden. Sie soll weitere 3,5 Cent je Liter ausmachen. Weil sich bei einem niedrigeren Nettopreis auch die Umsatzsteuer reduziert, ergibt sich insgesamt eine erwartete Entlastung von ungefähr zwölf Cent pro Liter.

Wichtig für Diskussionen:
„12 Cent weniger“ bedeutet nicht, dass jede Tankstelle am 1. Oktober exakt denselben Literpreis um exakt zwölf Cent senken muss. Internationale Ölpreise, Einkaufspreise, Standort und Wettbewerb beeinflussen den tatsächlichen Zapfsäulenpreis weiterhin.

Wie viel spart eine Tankfüllung?

Für den Alltag ist die Prozent- und Steuerdiskussion weniger wichtig als die Frage: Was bleibt tatsächlich im Geldbörsel?

Bei einer Entlastung von ungefähr zwölf Cent je Liter ergibt sich folgende einfache Orientierung:

40 Liter tanken
ca. 4,80 Euro weniger
50 Liter tanken
ca. 6 Euro weniger
60 Liter tanken
ca. 7,20 Euro weniger
100 Liter im Monat
ca. 12 Euro Entlastung
200 Liter im Monat
ca. 24 Euro Entlastung

Für eine Person, die im Oktober und November zusammen 300 Liter Kraftstoff verbraucht, wären das rechnerisch ungefähr 36 Euro. Bei 500 Litern wären es rund 60 Euro.

Die tatsächliche Ersparnis lässt sich allerdings erst anhand der realen Tankstellenpreise beurteilen. Der Rohölpreis und die internationalen Produktnotierungen können parallel steigen oder fallen.

Wie setzen sich die rund 12 Cent zusammen?

Die neue Spritpreisbremse besteht nicht einfach aus einem staatlich festgelegten maximalen Benzin- oder Dieselpreis. Geplant ist vielmehr eine Kombination verschiedener Eingriffe.

1. Mineralölsteuer
Die Mineralölsteuer soll im Oktober und November um bis zu 6,7 Cent je Liter reduziert werden. Beim Diesel würde sie damit nach den bisherigen Plänen auf das europarechtlich zulässige Mindestniveau sinken.
2. Margenbegrenzung
Zusätzlich soll eine Begrenzung der krisenbedingten Margen im Ausmaß von 3,5 Cent je Liter gelten.
3. Umsatzsteuer-Effekt
Sinkt der Nettopreis, fällt darauf auch weniger Umsatzsteuer an. Dadurch steigt der gesamte erwartete Preiseffekt auf rund zwölf Cent pro Liter.

Die Spritpreisbremse ist damit kein klassischer fixer Preisdeckel. Sie dämpft einzelne Bestandteile des Endpreises.

Benzin oder Diesel: Für wen gilt die Entlastung?

Die angekündigte Maßnahme betrifft Benzin und Diesel. Besonders relevant ist die Änderung beim Diesel, weil die Mineralölsteuer dort mit der geplanten Senkung auf das EU-Mindestniveau gebracht werden soll.

Für Autofahrer:innen ist trotzdem nicht entscheidend, welcher einzelne Steuerbestandteil sinkt. Relevant ist am Ende der Preis auf der Anzeigetafel der Tankstelle.

Wer die laufenden Kosten eines Autos insgesamt betrachtet, sollte Sprit ohnehin nicht isoliert sehen. Versicherungssteuer, NoVA und andere Belastungen können einen erheblichen Teil der jährlichen Fahrzeugkosten ausmachen. Einen aktuellen Überblick dazu gibt unser Ratgeber zur Kfz-Steuer in Österreich 2026.

Was bedeutet die Spritpreisbremse für Pendler?

Besonders spürbar ist eine Senkung naturgemäß bei Menschen, die regelmäßig größere Strecken mit dem Auto zurücklegen.

Ein vereinfachtes Beispiel:

Beispiel Pendler:in

Monatlicher Kraftstoffverbrauch: 150 Liter
Entlastung bei rund 12 Cent je Liter: ca. 18 Euro im Monat
Oktober + November zusammen: ca. 36 Euro

Bei einem sehr langen Arbeitsweg beziehungsweise einem höheren Verbrauch kann die Entlastung größer ausfallen. Wer dagegen nur wenige Male im Monat tankt, profitiert entsprechend weniger.

Die Spritpreisbremse ersetzt deshalb keine individuelle Betrachtung der gesamten Mobilitätskosten. Anschaffung, Wertverlust, Versicherung, Wartung, Reifen, Steuer und Kraftstoff wirken zusammen.

Ist Sprit ab 1. Oktober automatisch 12 Cent billiger?

Nicht zwingend. Genau dieser Punkt ist für eine schnelle Einordnung der aktuellen Meldungen wichtig.

Die angekündigten rund zwölf Cent beschreiben den erwarteten Entlastungseffekt der Maßnahmen. Gleichzeitig ändern sich internationale Rohöl- und Großhandelspreise laufend.

Steigen beispielsweise die internationalen Kraftstoffpreise gleichzeitig deutlich an, kann der Preis an der Zapfsäule trotz Spritpreisbremse höher sein als einige Wochen zuvor. Ohne die Maßnahme wäre er unter sonst gleichen Bedingungen entsprechend höher.

Umgekehrt können fallende internationale Preise zusätzlich für niedrigere Tankstellenpreise sorgen.

Einfach gesagt:
Die Spritpreisbremse soll den Preis um rund zwölf Cent gegenüber einem Szenario ohne diese Entlastung drücken. Sie garantiert aber keinen bestimmten absoluten Benzin- oder Dieselpreis.

Was gilt noch bis Ende September?

Die derzeitige Spritpreisbremse läuft noch bis Ende September 2026. Aktuell ist die Mineralölsteuer um 1,9 Cent je Liter reduziert. Eine zusätzliche Margenbegrenzung ist im September nicht aktiv.

Die für Oktober und November geplante Regelung wäre damit eine deutliche Ausweitung der derzeitigen Entlastung.

Bereits im Frühjahr 2026 hatte Österreich stärker in die Kraftstoffpreise eingegriffen. Im April bestand die Entlastung beispielsweise aus einer Senkung der Mineralölsteuer und einer Begrenzung krisenbedingter Margen. In den folgenden Monaten wurde der Eingriff schrittweise reduziert.

Warum wurde die Spritpreisbremse wieder verstärkt?

Hintergrund sind die zuletzt wieder deutlich gestiegenen Preise für Benzin und Diesel. Internationale Energie- und Ölpreise reagieren derzeit stark auf geopolitische Entwicklungen und Veränderungen bei Transport- und Versorgungswegen.

Die Bundesregierung begründet die Maßnahme mit dem Ziel, die kurzfristigen Preissteigerungen für Haushalte und Unternehmen abzufedern. Wie stark die Entlastung tatsächlich bei Verbraucher:innen ankommt, hängt neben der gesetzlichen Ausgestaltung weiterhin von der Preisentwicklung am internationalen Markt ab.

Spritkosten oder Stromkosten: Was sollten Autofahrer vergleichen?

Die neue Entlastung macht Verbrenner im Oktober und November bei den laufenden Kraftstoffkosten etwas günstiger. Für die langfristige Entscheidung zwischen Verbrenner, Hybrid und Elektroauto reicht ein Vergleich einzelner Tank- oder Ladekosten aber nicht aus.

Beim Elektroauto spielen beispielsweise Stromtarif, Ladeort, Verbrauch und Netzkosten eine Rolle. Wer zu Hause lädt, sollte daher auch die eigene Stromrechnung und die tatsächlichen Stromkosten in Österreich kennen.

Zusätzlich unterscheiden sich die Fahrzeuge bei Anschaffungspreis, Steuer, Versicherung, Wartung und Wertverlust. Eine zweimonatige Spritpreisbremse verändert diese langfristige Gesamtrechnung nur begrenzt.

Was passiert nach November?

Nach dem derzeitigen Plan gilt die verstärkte Spritpreisbremse zunächst für Oktober und November 2026.

Ob die Maßnahmen danach verlängert, verändert oder wieder reduziert werden, hängt von der weiteren Rechtslage, den Energiepreisen und neuen politischen Entscheidungen ab. Eine automatische dauerhafte Senkung um zwölf Cent ist derzeit nicht vorgesehen.

Deshalb ist gerade bei diesem Thema das Datum entscheidend. Meldungen aus April, Mai, September oder Oktober 2026 können jeweils unterschiedliche Werte nennen und trotzdem zum jeweiligen Zeitpunkt korrekt gewesen sein.

Stand für Diskussionen am 25. September 2026

Bis 30. September: bisherige Regelung mit 1,9 Cent MÖSt-Senkung.

Für Oktober und November geplant: bis zu 6,7 Cent MÖSt-Senkung + 3,5 Cent Margenbegrenzung + MwSt.-Effekt = insgesamt rund 12 Cent je Liter.

Noch offen: endgültige parlamentarische Beschlussfassung am 28./29. September 2026.

FAQ zur neuen Spritpreisbremse 2026

Wie hoch ist die neue Spritpreisbremse in Österreich?

Nach den aktuellen Plänen soll die Kombination aus Mineralölsteuersenkung, Margenbegrenzung und dem daraus entstehenden Mehrwertsteuereffekt eine Entlastung von rund zwölf Cent je Liter bringen.

Ab wann gilt die neue Spritpreisbremse?

Die stärkere Regelung soll ab 1. Oktober 2026 gelten. Zuvor muss die notwendige Gesetzesänderung parlamentarisch abgeschlossen werden.

Wie lange gilt die Spritpreisbremse?

Die aktuell angekündigte Erweiterung ist zunächst für Oktober und November 2026 vorgesehen.

Wie viel spart man bei 50 Litern?

Bei einer Entlastung von rund zwölf Cent pro Liter entspricht eine 50-Liter-Tankfüllung rechnerisch etwa sechs Euro Ersparnis gegenüber einem vergleichbaren Preis ohne diese Entlastung.

Wie viel spart man bei 60 Litern?

Bei 60 Litern ergeben rund zwölf Cent je Liter eine rechnerische Entlastung von etwa 7,20 Euro.

Werden Benzin und Diesel exakt zwölf Cent billiger?

Nein. Rund zwölf Cent sind der geplante Entlastungseffekt. Der tatsächliche Tankstellenpreis wird gleichzeitig von internationalen Öl- und Produktpreisen, Einkaufskosten, Wettbewerb und Standort beeinflusst.

Gilt die Spritpreisbremse für Diesel?

Ja. Die geplante Regelung betrifft auch Diesel. Die Mineralölsteuer auf Diesel soll nach den aktuellen Plänen auf das europarechtlich zulässige Mindestniveau sinken.

Ist die neue Spritpreisbremse schon beschlossen?

Mit Stand 25. September 2026 ist die Erweiterung von der Bundesregierung angekündigt und als Gesetzesinitiative im Parlament eingebracht. Die Behandlung im Finanzausschuss und Nationalrat ist für 28. September vorgesehen, der Bundesrat soll sich am 29. September damit befassen.

Was gilt bis Ende September 2026?

Bis Ende September bleibt die bisherige Spritpreisbremse mit einer Mineralölsteuersenkung von 1,9 Cent je Liter bestehen. Die Margenbegrenzung ist derzeit ausgesetzt.

Kann die Spritpreisbremse nach November verlängert werden?

Weitere Maßnahmen sind politisch und rechtlich möglich, eine automatische Verlängerung der jetzt angekündigten rund zwölf Cent ist derzeit aber nicht fix.

Quellen und Stand

Stand dieses Beitrags: 25. September 2026. Grundlage sind insbesondere aktuelle Informationen des österreichischen Parlaments, des Wirtschafts- und Energieministeriums sowie die veröffentlichten Regierungsangaben zur geplanten Spritpreisbremse. Da die parlamentarische Beschlussfassung erst für 28. und 29. September vorgesehen ist, wird dieser Beitrag bei Änderungen aktualisiert.

Artikel teilen